Sexueller Missbrauch

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Erläuterung:

Sexueller Missbrauch ist eine Form von Gewalt. Du hast ein Recht darauf, dich dagegen zu wehren! Unter sexuellem Missbrauch versteht man jede sexuelle Handlung, die durch Erwachsene oder Jugendliche an, mit oder/und vor einem Kind vorgenommen wird. Dies wird auch als sexuelle Gewalt bezeichnet. Man will mit dieser Bezeichnung deutlich machen, dass ein sexueller Missbrauch ganz und gar nichts mit „normalem Sex“ an sich zu tun hat, sondern eben mit einer Gewalttat. Sexueller Missbrauch kann – auf den ersten Blick betrachtet – bei ganz harmlosen Dingen anfangen, die jedoch nicht unterschätzt werden dürfen.   Wenn du zum Beispiel…

  • sexuelle/pornografische Fotos oder Filme gezeigt bekommst, obwohl du sie gar nicht sehen möchtest
  • mit sexualisierten Anmachen belästigt wirst (per SMS, Telefon oder auch E-Mail)
  • gezwungen wirst, dich nackt und/oder in sexualisierten Positionen filmen oder fotografieren zu lassen
  • gegen deinen Willen angefasst wirst oder dazu gezwungen wirst, jemanden im Intimbereich anzufassen
  • benutzt wirst, um anderen eine sexuelle Befriedigung herbeizuführen

… dann ist das sexueller Missbrauch! Oft werden Kinder benutzt, weil sie meist körperlich, psychisch oder sprachlich unterlegen sind und der Täter so seine Macht und Autorität ausleben kann. Täter können Erwachsene oder Jugendliche sein, weiblich oder männlich. Am häufigsten kommen die Täter aus dem nahen Umfeld, das heißt aus der eigenen Familie, dem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis, aus der Nachbarschaft, aus dem Verein, Schule oder auch Freizeittreffs. Täter und Opfer kennen sich in der Regel schon vorher und sind sich vertraut, welches die Gefahr nochmals erhöht, da die Opfer nichts Böses erwarten. Sexuelle(r) Gewalt und Missbrauch sind in Deutschland eine Straftat, vor allem an Kindern. Die UN-Kinderrechte verpflichten alle Staaten der Erde, sich für den Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch einzusetzen.


Gesetzestext:

Artikel 34 – Schutz vor sexuellem Missbrauch

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, das Kind vor allen Formen sexueller Ausbeutung und sexuellen Missbrauchs zu schützen. Zu diesem Zweck treffen die Vertragsstaaten insbesondere alle geeigneten innerstaatlichen, zweiseitigen und mehrseitigen Maßnahmen, um zu verhindern, dass Kinder

  • a.      zur Beteiligung an rechtswidrigen sexuellen Handlungen verleitet oder gezwungen werden;
  • b.      für die Prostitution oder andere rechtswidrige sexuelle Praktiken ausgebeutet werden;
  • c.       für pornographische Darbietungen und Darstellungen ausgebeutet werden.

 

Artikel 19 – Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung

(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.


Quelle:

UN-Kinderrechtskonvention - Artikel 34: Schutz vor sexuellem Missbrauch UND Artikel 19: Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung