Gewaltfreie Erziehung

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Erläuterung:

Du hast das Recht auf ein gewaltfreies Aufwachsen! Deine Eltern und auch andere Erwachsene dürfen dich nicht schlecht behandeln. Deine Eltern und der Staat haben die Aufgabe, dich davor zu schützen! Wie genau sieht es aus, wenn ein Kind schlecht behandelt wird? Nun, das bedeutet zunächst jede Form der Gewalt (also körperliche, geistige und seelische), Misshandlung, sexueller Missbrauch , aber eben auch Verwahrlosung und Vernachlässigung oder gar Ausbeutung. Deine Eltern (und andere Personen) dürfen dich also nicht schlagen oder dir mit Worten wehtun und müssen gewährleisten, dass du ausreichend versorgt bist (Essen, Klamotten, usw.). Sie dürfen zum Beispiel auch nicht von dir verlangen, für sie einen Diebstahl zu begehen, damit ihr ausreichend Essen im Haus habt. Wenn du den Eindruck hast, dass deine Eltern dich nicht ausreichend vor Gewalt schützen können, kannst du dir Hilfe holen! Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt geworden sind, haben das Recht auf entsprechende Beratung und Hilfe, zum Beispiel kannst du dich hierbei an die Nummer gegen Kummer wenden. Es muss alles dafür getan werden, um das Selbstvertrauen und die Würde der Kinder und Jugendlichen wiederherzustellen.


Gesetzestext:

Artikel 19 – Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung

(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

(2) Diese Schutzmaßnahmen sollen je nach den Gegebenheiten wirksame Verfahren zur Aufstellung von Sozialprogrammen enthalten, die dem Kind und denen, die es betreuen, die erforderliche Unterstützung gewähren und andere Formen der Vorbeugung vorsehen sowie Maßnahmen zur Aufdeckung, Meldung, Weiterverweisung, Untersuchung, Behandlung und Nachbetreuung in den in Absatz 1 beschriebenen Fällen schlechter Behandlung von Kindern und gegebenenfalls für das Einschreiten der Gerichte.

 

Artikel 39 – Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen, um die physische und psychische Genesung und die soziale Wiedereingliederung eines Kindes zu fördern, das Opfer irgendeiner Form von Vernachlässigung, Ausbeutung oder Misshandlung, der Folter oder einer anderen Form grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe oder aber bewaffneter Konflikte geworden ist. Die Genesung und Wiedereingliederung müssen in einer Umgebung stattfinden, die der Gesundheit, der Selbstachtung und der Würde des Kindes förderlich ist.


Quelle:

UN-Kinderrechtskonvention - Artikel 19: Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung UND Artikel 39: Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder