Mobbing

Von 0 bis 18

Erläuterung:

Jeden Tag werden Kinder in der Schule oder in ihrer Freizeit gemobbt. 2011 gaben 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 9 und 16 Jahren an, schon einmal Opfer oder Täter von Mobbing gewesen zu sein (EU Kids Online, Stand 2011). Es wird jedoch geschätzt, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind. Beim Mobbing gibt es in der Regel mehrere Täter, die einem Opfer durch das Anwenden körperlicher, geistiger oder seelischer Gewalt (z.B. durch Anschreien, ständiges Kritisieren oder Beleidigen) erheblichen Schaden zufügen. Einige Täter fangen gezielt an, eine Person zu mobben, andere (so genannte Mitläufer) schließen sich an, z.B. weil sie das Mobbing „nur für Spaß“ halten.   Durch das Internet und durch Handys bzw. Smartphones ist eine neue Form des Mobbings entstanden: das Cyber-Mobbing. Dieses kann viele Formen annehmen: bloßstellende Fotos oder Videos werden mit dem Handy aufgenommen und an andere (auch fremde) Personen weitergegeben, Gerüchte werden über das Internet in sozialen Netzwerken oder Chats viel schneller verbreitet und manche Opfer berichten von belästigenden Anrufen, die sie erhalten. In Deutschland haben fast ein Drittel der 12- bis 19-Jährigen schon einmal mitbekommen, wie jemand in ihrem persönlichen Umfeld auf diese Art „fertig gemacht“ wurde (JIM-Studie, Stand 2013). Das Besondere am Cyber-Mobbing ist, dass die Täter anonym auftreten können. Unter Umständen erfahren die Opfer nie, wer sie mobbt, was zu starker Verunsicherung führt.   (Cyber-)Mobbing ist ein großes Problem, unter dem viele Kinder und Jugendliche leiden. Aber das muss nicht sein! Wichtig ist, offen damit umzugehen und dich Vertrauenspersonen, wie etwa Freunden, Familie oder anderen Bezugspersonen anzuvertrauen. Die Kinderrechte sehen vor, dass du vor Gewalt und Misshandlung, sowohl körperlich als auch geistig und seelisch, geschützt wirst. Das bedeutet, dass du Unterstützung findest, wenn du sie möchtest. Erwachsene sollen deine Probleme ernst nehmen und auf deinen Schutz achten!


Gesetzestext:

Artikel 19 – Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (Auszug)

(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.


Quelle:

UN-Kinderrechtskonvention - Artikel 19: Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung (Auszug)